15.01.2019 | Kreatives

Wasserschiebefolie - How I Do


Ganz neue Welten haben sich für mich geöffnet, als ich das erste Mal über den Begriff „Wasserschiebefolie“ gestolpert bin. Sämtliche Oberflächen mit meinen Letterings und Illustrationen verzieren und das sogar in Farbe?? Klang fast wie ein Traum. Entpuppte sich aber als wahr. ♡ Vorweg: Kläre, welcher Drucker dir zur Verfügung steht. Denn es gibt unterschiedliche Folien für Laser- oder halt Tintenstrahldrucker. Ich habe beide Folien getestet und hier sind meine Tipps für ein gutes Gelingen =)

Du brauchst
❤︎ Wasserschiebefolie für den Laserdrucker (z.B. hier erhältlich https://www.amazon.de/gp/product/B0777PYYV7/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o04__o00_s00?ie=UTF8&psc=1 )

oder ❤︎ Wasserschiebefolie für den Tintenstrahldrucker (z.B. hier erhältlich https://www.amazon.de/gp/product/B00835TC7Q/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o01__o00_s00?ie=UTF8&psc=1 )

❤︎ Eine Schüssel mit Wasser

❤︎ Einen Drucker

❤︎ Eine Schere

❤︎ Ein trockenes Tuch

❤︎ Ein zu bedruckendes Objekt

❤︎ Geduld und Liebe

1. Die richtige Größe wählen
Ausmessen vor dem Druck ist das A & O. Ist doch logisch, denkt man sich, aber ehe man sich versieht, hat man sich dann doch verschätzt. Und die Folge ist, dass die Folie an den Ränder der zu beklebenden Gegenstände kleine, nicht weg zu streichende Falten bildet. Also: Auch der durchsichtige Bereich, der die Abbildung umgibt, muss unbedingt vollständig auf die ebene Fläche passen. Laserdrucker —> weiter bei 5. Tintenstrahldrucker —> weiter bei 2.

2. Tintenstrahldrucker - Geduld üben - trocknen lassen
Wer die Folie mit einem Tintenstrahldrucker bedruckt, muss sich anschließend in Geduld üben. Die Tinte muss natürlich erst trocknen, bevor sie ins Wasserbett wandern darf. Ungefähr 10 Minuten würde ich warten, um sicher zu gehen. Mit einem Föhn kannst du den Prozess beschleunigen. Ich föhne ungefähr für 2 Minuten. Anschließend unbedingt  …

3. Tintenstrahldrucker - Versiegeln!

Und zwar nicht zu zimperlich. Vorsichtig sprühte ich eine zarte Schichte Klarlack auf den Druck. Ließ ihn trocknen. Und beobachtete anschließend, wie mir im Wasserbett die Tinte davon floss. Also: Gründlich sprühen. Schauen, dass alle Ecken etwas abbekommen haben. Um mein Sprühergebnis zu überprüfen, halte ich die Folie in die Sonne. Wenn die Oberfläche kleinkörnig und rau ausschaut, fehlt es noch an Klarlack. Ist sie eben und glänzt, hab ich genug gesprüht. Natürlich gilt, lieber einmal mehr sprühen, als direkt eine Prüfte auf den Druck zu bringen. Wenn du nach dem erste Mal sprühen siehst, dass es noch zu wenig ist, sprühe einfach vorsichtig nach. Ich musste den Umgang mit dem Sprühlack erst einmal lernen. Und nun heißt es wieder  …

4. Tintenstrahldrucker - Abwarten

Auch der Klarlack braucht einige Zeit, um vollständig zu trocknen. Am liebsten lasse ich die Folie über nach durchtrocknen. Wenn es schneller gehen soll, lasse ich sie ca. 3 Stunden trocknen und helfe dann noch einmal ordentlich mit dem Föhn nach. Denke immer dran: Wenn du die Folie zu früh ins Wasser gibst, verläuft die Tinte und du hast eine Folie verloren. (—> weiter bei 6.)

5. Laserdrucker - Klarlack ja oder nein?
Der Laserdruck hat den Vorteil, dass du nicht auf irgendeine Tinte warten musst, bis sie endlich trocken ist. Du kannst theoretisch direkt nach dem Druck mit dem Wasserbett loslegen. Du hast allerdings die Möglichkeit, auch deine Folie mit etwas Klarlack zu besprühen, damit sie etwas dicker wird. Dann kannst du sie später einfacher auf das Objekt bringen bzw. da drauf bewegen. Allerdings wird der Übergang von Objekt zu Folie durch die extra Schichte natürlich auch minimal offenkundiger. Da muss jeder für sich entscheiden, was ihm lieber ist. Ich persönlich ziehe die dickere Folie vor, da ich mit dieser unfassbar seidendünnen Folie derzeit nicht klarkomme. Vielleicht ist es eine Übungssache. Aber zu schnell gelangen Risse in die Folie oder sie schlägt sich an den Rändern um. Und die Unebenheiten, die dadurch entstehen, sind prägnanter, als eine etwas dickere Folie. Aber wie gesagt: Probier es aus 🙂

6. Beide Drucker - Der Zuschnitt

Direkt am Motiv entlang schneiden? Oder doch ein Quadrat? Oder einen Kreis? Ich denke, da streiten sich die Geister. Ich persönlich bin dazu übergegangen, Quadrate auszuschneiden. So fällt mir das Auftragen aufs Objekt wesentlich leichter (dazu unten mehr) und der leichte Rand, den man später sehen kann, sieht einheitlich und gewollt aus. Ja, man sieht einen ultra dünnen Rand und genau ist diesem Grund finde ich den Zuschnitt sehr wichtig. Es fällt am Ende doch auf, wenn man nach Lust und Laune um das Motiv herum geschnibbelt hat 😀

7. Die Folie geht baden

Wenn du die bedruckte Folie ins Wasser legst, kannst du ein leises Zischen hören. Die Folie rollt sich außerdem zusammen. Ich versuche immer, die Folie mit den Fingern einigermaßen ausgerollt zu halten. Sonst nämlich können sich die Ränder oder Ecken, die sich nach wenigen Sekunden lösen, direkt einrollen oder verkleben. Nach ungefähr 30 Sekunden lässt sich die Folie von dem Papier lösen. Beim Laserdruck löst sie sich von selbst, beim Tintendruck musst du etwas nachhelfen.

8. Jetzt geht’s ans Eingemachte - das Auftragen 
Befeuchte den zu beklebenden Gegenstand mit etwas Wasser. Dann kannst du die Folie später noch besser in Form rücken. Je nachdem, ob und wie viel Klarlack sich auf deiner Folie befindet, ist diese nun mehr oder weniger stabil. Einige sind schon absolute Profis und können die komplette Folie lösen und freihändig aufs Objekt bringen. Ich kann das nicht 😀 Ich versuche, vorsichtig einen Rand zu lösen, diesen dann auf das Objekt zu legen und dann nach und nach die Pappe von der Folie zu lösen, sie darunter herauszuziehen. So gehe ich sicher, dass sich am Rand keine fiesen Überlappungen bilden. Diese sind, insbesondere bei dünner Folie, unfassbar schwer bis gar nicht wieder zu entfernen. Wenn sich kleine Blasen bilden oder das Motiv etwas schräg sitzt - gerate nicht in Panik! Das kannst du alles noch regeln. Zuerst schieben: Nimm dir ein trockenes Tuch und lege es auf das Objekt. Lege nun die ganze Hand drauf und verschiebe es vorsichtig. Du kannst auch versuchen, es ohne Tuch an einzelnen Ecken zu verschieben, aber je nachdem, wie dick oder eben dünn deine Folie ist, kannst du auch Löcher oder Risse verursachen. Dann Luftbläschen und Wasser entfernen: Nimm dir ebenfalls ein trockenes Tuch und streiche vorsichtig und einheitlich über das Motiv. So schiebst du auch Wasserreste darunter raus. Du kannst auch vorsichtig Bläschen gezielt von der Mitte bis zum Rand schieben. Denk aber dran: Wenn du mit dem Wischen erst einmal fertig bist, wird ein nachträgliches Verschieben der Folie nahezu unmöglich!

9.  Trocknen lassen oder nachhelfen

Jetzt darfst du dir kurz stolz dein Werk anschauen. Das hast du toll gemacht! 😀 Ich habe meine erste Tasse mit Wasserschiebefolie kaum wieder aus der Hand geben wollen. Das sah einfach so toll aus - mein Bild auf dieser Tasse 😀  Aaaaber wir sind noch nicht fertig. Damit der Druck auch zukünftige Waschgänge überlebt, muss er noch trocknen. Objekte, die nicht viel Kratzen oder Ähnliches erfahren werden (z.B. Kerzen) können super an der Luft trocknen. Für Tassen empfehle ich stets den Ofen. 20 Minuten auf 110 Grad und du bist auf der sicheren Seite. Noch safer ist es sogar, wenn danach noch eine dünne Schicht Klarlack dazu kommt. Aber Achtung: Sprühe den Klarlack behutsam auf die Tasse. Lieber einmal mehr, als direkt Laufnasen in Kauf nehmen zu müssen. Und: Versuche niemals, überschüssigen Lack vom Motiv zu entfernen. Der Lack hat, bevor er durchgetrocknet ist, einen leicht lösenden Effekt. Sprich, Folie und / oder Tinte lassen sich verwischen. Hat mir schon eine Tasse versaut 😀  Also, Spray drauf, aber Finger weg! Ich würde dem Spray nun ungefähr 10 Stunden Zeit geben, um wirklich ausgiebig zu trocknen. Danach ist das Objekt einsatzbereit. Einige schwören auf die unkaputtbare Wirkung von Klarlack und stellen ihre Tassen auch in den Geschirrspüler - davon rate ich ab. Euren Tassen zuliebe. Das wäre doch wirklich ein unnötiger Verlust 🙂

Nun dann - an die Wasserschiebefolie, fertig, los! Wichtig ist mir: Das sind meine persönlichen Erfahrungen und Tricks. Vielleicht hast du ganz andere Erfahrungen gemacht. Es gibt ja auch ganz unterschiedliche Folien. Also biete ich hier einen möglichen Prozess an, den für dich perfekten Weg aber wirst du selbst finden müssen 🙂

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner