15.01.2018 | Achtsamkeit

Meine Glücksmomente für einen achtsamen Alltag

Freue dich über die kleinen Dinge im Leben. Das ist oftmals leichter gesagt, als getan. Deswegen nenne ich euch nun ein paar Dinge, die mich glücklich machen und verhältnismäßig leicht zu realisieren sind. Wichtig: Dass ich mich an den folgenden Dingen erfreuen kann, setzt selbstverständlich nicht voraus, dass es dir ähnlich dabei ergeht. Möglicher Weise sind aber ja doch ein, zwei Aspekte dabei, die für gute Laune sorgen können, WENN du sie denn bewusst wahrnimmst 🙂 Achtsamkeit spielt in meinem Leben eine sehr präsente Rolle. Es bedeutet, bestimmte Handlungen oder Ereignisse bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen und Routinen zu erkennen und hin und wieder bewusst aus ihnen auszubrechen. Ich stelle immer wieder fest, wie viele Dinge einem entgehen, weil man sich der selbstverständlichen Hektik des Alltags unterwirft. Es klingt für einige vielleicht entweder nach bloßem Blabla oder unmöglichen Tagesplänen. Zugegeben habe ich zunächst ähnlich darüber gedacht. Aber ich habe mich im achtsamen Leben geübt und mache große Fortschritte, die mein Leben wirklich bereichern.

Glücksmoment I
Bunte Stadt auf Schwarz

Dieser Glücksmoment ist in der Stadt besser zu realisieren als auf dem Land. Ich schaue nämlich gerne aus dem Fenster, wenn es draußen dunkel ist. Dann blitzen mir die vielen unterschiedlichen Lichter der Stadt entgegen. Ich entdecke nicht nur gelbe, rote und grüne Lichter – von jeder Farbe gibt es noch unterschiedliche Ausprägungen. Ich erkenne ein helles Weißgelb in den Fenstern eines Wohnhauses, ein gemütliches Orangegelb in einem Restaurant. Ich sehe das Grün der Ampeln und ein Grünblau, was vermutlich von einem Fernseher oder einem Computer stammt. In der Ferne erkenne ich auch das kalte Blau einer Tankstelle. Rot blitzt ständig auf und ab – es sind die Bremslichter der Autos auf den Straßen. In der Dämmerung schalten sich nach und nach die Straßenlaternen ein und irgendwann scheinen sie alle brav an den Straßen und beleuchten spazierende, eilende, trödelnde, fahrende Menschen. Einige Lichter sehen aus, als würden sie tanzen. Dafür verantwortlich sind die schwarzen Äste der Bäume, welche im Wind vor den Fenstern hin und her schwingen. Nach und nach werden es weniger Lichter in den Häusern, dafür mehr auf den Straßen. Bald wird es auch dort etwas ruhiger. Eine Stadt kommt zur Ruhe und ich kann es beobachten. Ich stehe nicht drei Stunden am Fenster und starre raus – ist klar. Aber hin und wieder schaue ich einfach raus und lasse das Treiben auf mich wirken. Dass ich einen Blick auf dieses Geschehen werfen kann und den Luxus habe, mir dafür einen Augenblick Zeit nehmen zu können, macht mich glücklich.


Glücksmoment II
Morgenmusik der Natur

Morgens, irgendwann, wenn eigentlich noch sehr viele Menschen schlafen, erwachen bestimmte Wesen in unserer Umgebung bereits aus ihrem Schlaf und verkünden dies auch freudig und lauthals. Gemeint sind die Vögel. Jeder hört sicherlich andere Vögel in seinem Umfeld, aber irgendeiner zwitschert eigentlich immer. Ich höre häufig, wie Menschen sich über das morgige „Geplärre“ beschweren. Auch das kann ich verstehen, aber ich empfinde es komplett anders. Es macht mich irgendwie fröhlich, dass da Wesen aufwachen und beginnen, sich auszutauschen. Ich weiß zum Beispiel, dass Krähenvögel abends vor dem Schlafengehen noch Informationen vom Tag austauschen (wo gute Futterquellen waren, z.B.). Das finde ich faszinierend und dann überlege ich mir morgens, was die Trillerpfeifen da draußen wohl gerade so kommunizieren. In den Frühlingsmonaten beginnt das Konzert meistens so gegen vier Uhr in der Früh und verstummt nach etwa einer Stunde wieder. Häufig verschlafe ich den Moment, umso mehr freue ich mich, wenn ich zufällig wach liege und den Morgengruß mitbekomme. Mir ist bewusst, dass man vieles daran aussetzen kann, wenn man so früh dadurch geweckt wird, aber ich versuche, einen positiven Blick auf die Dinge zu haben, die man nicht ändern kann (und ich in diesem Fall auch nicht möchte). Und mit etwas Fantasie bekommst du eine kostenlose Guten-Morgen-Geschichte direkt ans Bett geliefert.


Glücksmoment III
Warmes Blau

Ich liiiiebe warmes Wasser. Das hört sich so simpel und für viele Menschen sicherlich auch selbstverständlich an. Aber ich sage mir stets, dass man immer behutsam mit den Dingen umgehen sollte, welche man glaubt, als selbstverständlich bezeichnen zu können. Natürlich benötigt man das heiße Wasser zum Zubereiten von Mahlzeiten oder Kochen von Tee. Ich beziehe mich aber vor allem auf jenes Blau, welches den Körper regelmäßig umgibt. Eine warme Dusche, ein warmes Bad – das entspannt! Ich spüre dann richtig, wie einzelne Muskeln in meinem Körper langsam entkrampfen und ich beginne, an schöne Dinge vom Tag zu denken und den Stress beiseite zu schieben. Hin und wieder halte ich auch nur meine Hände unter warmes Wasser. Das Fließen des Wassers und dessen Wärme lösen in mir ein wohliges Gefühl aus.  BTW: Stellt euch vor, euer warmes Wasser fällt einmal aus. Schon mal passiert? Man ärgert sich. Also, es gäbe ja wohl kaum etwas Schlimmeres, als kalt duschen zu müssen. Jawoll, da stimme ich zu! Aber wieso erst meckern, wenn es kalt ist, anstatt es auch bewusst zu genießen, wenn es warm ist? Deshalb: solange das Wasser warm ist, sollte es wertgeschätzt und genossen werden. Das tut Körper und Seele gut.


Glücksmoment IV
Glückliches Wesen

Menschen sind sehr interessante Wesen. Einige schauen zutiefst grimmig drein, sind aber eigentlich gut gelaunt, während andere wiederum ein Lächeln tragen, im Inneren jedoch tief traurig sind. Ich habe gelernt, dass man sich von der Mimik eines Menschen nicht irritierten lassen sollte. Wenn ihr euch gerade glücklich fühlt oder gut gelaunt oder wie auch immer – lächelt! Lächelt Menschen an, die euch auf der Straße entgegen kommen oder in einem Geschäft. Lächelt und lasst euch nicht von den „böse“ guckenden Menschen entmutigen! Ihr werdet staunen, wie viele Menschen womöglich vorerst überrascht gucken, anschließend jedoch das Lächeln erwidern werden. Und noch schöner, als Lächeln zu verteilen, ist schließlich, welches zurückzubekommen. Und selbst, wenn mal jemand nicht auf die Lächel-Einladung reagieren sollte – mach dir nichts draus! Du hast gestrahlt und man kann dir nicht vorwerfen, du würdest grimmig durch die Welt laufen. Das klingt nun auch total simpel, ist aber, zumindest merke ich das bei mir häufig, auch leicht gesagt und wird schnell vergessen. Ab und zu ist man ja auch einfach selbst erschöpft oder aber vergisst es einfach. Kann ja auch mal sein, dass man die Muskulatur völlig entspannt oder gerade anstrengt, weil man über etwas nachdenkt. Also sage ich mir hin und wieder ganz bewusst, wenn ich das Haus verlasse: „Bitte lächeln“! Und siehe da – die Welt lächelt zurück.


Glücksmoment V
Achtsames Schlemmern

Ein hastiges Frühstück vor der Arbeit, schnell ein Snack in der Mittagspause, abends eine aufgewärmte Mahlzeit im Gehen auf dem Weg zu Freunden. Essen passiert häufig beiläufig und dient dann lediglich der Bekämpfung des lästigen Hungergefühls. Man muss arbeiten, also braucht der Körper Energie, die ihm nun einmal von Zeit zu Zeit zugeführt werden muss. So kann man es sehen. Man kann sich aber auch freuen, dass man denn überhaupt die Möglichkeit hat, ihn bei jedem Magengrummeln direkt mit einem Powerriegel zu besänftigen. Wir haben so ein großes Angebot an Lebensmitteln und können (mehr oder weniger) selbst auswählen, wie gesund oder ungesund wir uns ernähren. Was eine wichtige Rolle spielt, ist allerdings nicht nur, WAS wir zu uns nehmen, sondern vor allem, WIE wir es zu uns nehmen. Für das Essen sollte man sich Zeit nehmen. Natürlich keine 20 Minuten für einen Schokoriegel. Aber auch ein kleiner Snack sollte bewusst zu sich genommen haben. Alleine die Tatsache, dass man sich für wenige Sekunden auf den Geschmack konzentriert (voll lecker eigentlich) und jeden Bissen wahrnimmt (viel mehr als ich dachte, cool) und dann vielleicht kurz nach dem letzten Bissen nochmal zurückdenkt (das war lecker und tat gut) – allein dieser Ablauf macht den Snack (oder was auch immer) bekömmlicher. Freude über leckeres Essen macht außerdem glücklich. UND du hast für einen kurzen Moment nicht an die Arbeit gedacht! Klingt übertrieben, ist aber effektiv, denn dein Gehirn konnte sich ganz kurz entspannen und hat nun wieder mehr Energie für anstehende Arbeiten. Das gilt für jede Mahlzeit. Nimm dir Zeit zum Essen!

Das sind einige meiner Glücksmomente im Alltag. Für den Einen oder Anderen mögen sie übertrieben oder unrealistisch klingen, aber es ist ja auch niemand gezwungen, achtsam zu leben. Beziehungsweise: Jeder hat außerdem seine ganz persönlichen Glücksmomente. Mir ist natürlich bewusst, dass der Alltag tatsächlich häufig stressig ist und nicht immer die Zeit dafür ist, beispielsweise in Ruhe zu essen! Aber Hinweis für solche Tage: Genieße Dinge bewusst, die du ohnehin tust, wie beispielsweise Duschen oder Bahnfahren oder zur Arbeit spazieren oder oder oder. 

Achtsame Momente machen mir deutlich, wie viel „Gutes“ ich in meinem Leben habe. Nichts Teures, nichts Großes, aber dennoch Dinge, die nicht selbstverständlich sind und die mir gut tun und mich glücklich machen. 

Wie ich auf das Thema Achtsamkeit gestoßen bin? Ich habe Seminare in der Universität dazu belegt und Vorträge gehalten. Habe im Internet recherchiert und auch mal in Literatur gestöbert. Wenn du Genaueres von mir zu dem Thema wissen möchtest, kontaktiere mich gerne – vielleicht hab ich ja eine passende Antwort parat =) 

Übrigens: Ich habe vor Kurzem eine Letteringchallenge ins Leben gerufen und auch diese Begriffe beruhen auf einer achtsamen Lebenseinstellung.

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